Grazer Klavierwettbewerb

Rathaus Graz Foto Graz Tourismus Harry Schiffer

88 Tasten,  glückliche Gesichter und manch’ verdrückte Träne …

Einen Klavierwettbewerb kann man auch lapidar beschreiben. Aber es wird des wichtigen Anlasses nicht gerecht, der im Leben der begabten Jungtalente so viel bedeutet.

Wettbewerbsplakat, Grafik Petra Temmel

Wie im jüngsten Fall. Sie reisten nach monatelanger harter Arbeit nach Graz und spielten ihr Programm einer kompetenten Jury vor. Die Anspannung war gross; es ging um nichts Geringeres,  als die Bestätigung ihres Talents, ihrer Arbeit und um den jahrelangen Einsatz der Lehrpersonen und der ganzen Familie.

Und oft geht es bei einem Wettbewerb auch um die Zukunft dieser Jugendlichen. Darf man vom Pianisten Beruf träumen? Muss man sich eingestehen, dass die Musik zwar grosse Freude macht,  als Broterwerb jedoch nicht in Frage kommt? Nach einem Treffen, wo sich die musikalische Elite aus verschiedenen Ländern präsentiert, werden manche  die eigenen Ziele und Möglichkeiten  klarer  erkennen.

Die 5. Austragung des internationalen Béla Bartók Wettbewerbs

Alexandra Balog 1. Preis ODPictures

Es traten 90 Teilnehmer aus 21 Nationen an – so viel wie noch nie in seiner jungen Geschichte. Es kamen Jugendliche unter anderem aus Aserbaidschan, Italien,  Korea und China nach Graz. Zahlenmässig war Ungarn am stärksten vertreten – verständlich, wenn der Namensgeber des Wettbewerbs der grösste ungarische Komponist, Béla Bartók ist. Aus dem Gastland Österreich, und erfreulicherweise auch aus der Steiermark war die Teilnehmerzahl hoch, gefolgt von Slowenien.

Kai Gergov 1. Preis Eigenaufnahme

Es ist immer wieder eine logistische Meisterleistung, bei einem internationalen Musikwettbewerb die Vorspiele und die Betreuung der KandidatInnen mit unterschiedlichem Sprachhintergrund zufriedenstellend zu organisieren. Was es alles  an Einsatz braucht,  die aufgeregten, teils sehr jungen  Teilnehmer mit ihren Begleitpersonen  zu empfangen, Auskünfte zu geben, anhand eines minuziösem Zeitplans die nötigen Übungsstunden zu sichern,  für alle Fragen und Probleme da zu sein! Das Wichtigste ist jedoch: Das Erklären, Loben, Trösten und das Erteilen von wertvollen Ratschlägen nach der Rangverkündigung. Das Landeskonservatorium Steiermark schuf optimale Bedingungen für die Vorspielrunden, die Gäste fühlten sich gut aufgehoben, es folgten aufregende Gespräche und es kam zu manchen Begegnungen, die zukunftweisend werden könnten.

Der Verlauf des Wettbewerb

Stephanie Fournier Sonderpreis Eigenaufnahme

Für die Organisation waren die Internationale Musikgesellschaft Österreich Béla Bartók (Präsidentin Eva Ott) und das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium  des Landes Steiermark (Direktor Mag. Eduard Lanner) verantwortlich.

In der Wettbewerbsjury sassen neben den beiden im weiteren Elisabeth Väth-Schadler (Kärntner Landeskonservatorium), Angelika Ferra (Johann-Joseph-Fux-Konservatorium) und Markus Schirmer (Kunstuniversität Graz).

Jurymitgieder mit Preisträgern Eigenaufnahme

In sechs Altersgruppen eingeteilt konnten die jungen Talente ihr Können unter Beweis stellen: Der Jüngste war kaum 7, der Älteste 25. Das hohe Niveau hat sowohl die Jurymitglieder, als auch die Zuhörer überrascht. Ein Dreikäsehoch, kaum sieben Jahre, spielte mit Musikalität und Frische  eine schwierige Mozartsonate so reizend, dass Markus Schirmer voll des  Lobes war: »Stilistisch alles richtig! « Ein Fünfzehnjähriger brillierte mit einem Ravel-Werk, das halsbrecherische Virtuosität und Klangkultur von einem Pianisten abverlangt.  Eva Ott  war begeistert: »Wie ein Zauberer – wie macht er das? «

In der Tat war das technische Niveau der Jugendlichen erstaunlich hoch. Sie hatten Freude an der eigenen Fingerfertigkeit, auch wenn damit die menschlich-musikalische Reife noch nicht immer schritthalten konnte. Gerade darum erklärte Direktor Eduard Lanner ausdrücklich bei jeder Rangverkündigung: »Für die Jury stand die musikalische Leistung im Vordergrund! «Das war richtig so.

Auf alle Fälle haben die Teilnehmer die Werke von Bartók so gut kennengelernt und verinnerlicht, wie sich das die Initiatorin des Wettbewerbs, Eva Ott  gewünscht hat. Die Arbeit hat sich gelohnt,  die Verantwortlichen haben einen wichtigen  internationalen Klavierwettbewerb erfolgreich über die Bühne gebracht. Der grosse Erfolg gehört aber den jungen MusikerInnen.

Die  PreisträgerInnen und die Preise

Einen 1. Preis haben erhalten:

 

Gergov Kai,  Bulgarien/Japan                                            Altersgruppe 1         ( 7-9 Jahre)

Bradshaw  Ryan Martin,  Slowakei/Australien           Altersgruppe  2 (10-12 Jahre)

Lee Geonhee, Südkorea                                                 Altersgruppe  3 (13-15 Jahre)

Hütter Kristin Sophie,  Österreich                                   Altersgruppe  4          (16- 18 Jahre)

Pichlbauer Florian, Österreich                                         Altersgruppe   5    (19- 21 Jahre)

Horváth Abel, Ungarn                                                         Altersgruppe   5         (19- 21 Jahre)

Balog Alexandra, Ungarn                                            Altersgruppe   6     (22- 25 Jahre)

 

Neben dem 1., 2. und 3. Preis wurden noch Spezialpreise in jeder Altersgruppe jeweils für die besten Interpretationen eines Werkes von Béla Bartók und von einem steirischen Komponisten vergeben, die freiwillig ausgewählt werden durften.

Zusammen mit den  Diplomen wurden auch Geschenke in Wert von 6.000€  überreicht: Musiknoten für die jüngeren  und  Geldpreise für die älteren TeilnehmerInnen.

Die vollständige Liste der Preisträger:

 

http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokumente/12630239_74836685/7f5e5c83/Gesamtresultat%20Bartokwettbewerb_Lanner.pdf

Link zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=leJ_trKO264

Veröffentlicht auf: innerschweizonline.ch

https://www.bochumer-zeitung.com/de/ und

http://www.leonardwuest.en-a.ch/

Homepages der andern Kolumnisten:www.gabrielabucher.ch

Paul Ott:www.literatur.li

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